Bevor ich mich in die gestern (19.05.) erschienene dritte Episode von „Life is Strange“ stürzen werde, versuche ich meine und eventuell auch eure Erinnerungen an den letzten Part aufzufrischen.
Und diesmal wird es eine sehr subjektive Reise durch alle relevanten Spielszenen. Ich werde einfach Schritt für Schritt Episode 2 durchgehen und dabei meine persönlichen Eindrücke und Gedanken schildern.
Los geht’s!

Nach den Ereignissen des ersten Parts wachen wir zu Beginn der neuen Episode als Max Caulfield in unserem Zimmer auf. Wie schon zuvor, läuft auch hier wieder ein ruhiger Song. Passend zum Einstieg, auch wenn ich ihn wohl niemals in meiner eigenen Freizeit anhören würde.
Während Max ihr Zimmer erkundet und versucht wach zu werden, bekommen wir von unserer beeeesten Freundin Chloe den Befehl sich mit ihr in 40 Minuten zum Frühstück zu treffen.
Da die Zeit drängt, erkunde ich mit Max lieber weiter ihr Zimmer und stelle fest, dass sie sich seit dem Ende der letzten Episode tatsächlich mit ihrer neuen Fähigkeit beschäftigt und sowohl das Internet als auch Warren mit Fragen bombardiert hat. Schlaues Mädchen! Ist ja nicht immer so.
Nun denn, es ist Zeit für die erste große Aufgabe des Tages: Duschen!
Das gestaltet sich selbstverständlich schwerer, als es sich anhört. Max – die Introvertiertheit in Person – spricht natürlich mit all den Mädchen auf dem Weg zum Duschraum. Aber wir haben ja zum Glück ewige 40 Minuten Zeit – wird schon passen. Kaum erreichen wir den Ort der Reinheit und der Seife, begegnen wir der unglücklichen Kate, die uns dafür anklagt ihr am Vortag nicht geholfen zu haben, als David sie relativ barsch anging. Mit einem schlechten Gewissen und ihren Schlafsachen(!) betritt Max schließlich die Dusche und wir können begutachten, wie sie sich unter dem Wasser räkelt. Also wirklich nur das. Sie lässt Wasser auf sich laufen und dreht sich, während ihre Klamotten scheinbar zu ihren Füßen liegen. Allzu lange scheint die Dusche allerdings nicht zu dauern, denn Kate ist immer noch dabei sich die Zähne zu putzen, als ihre Intimfeindin Victoria mitsamt einer ihrer Sklavinnen den Raum betritt, um die arme Kate, die bisher nicht einmal ihren Mund ausspülen konnte, kräftig zu mobben und den Link zu dem scheinbar sehr peinlichen Video von Kates Fehltritt auf einer Party an einen Spiegel zu schreiben.
Nachdem die beiden den Baderaum wieder verlassen haben, zieht sich Max ohne sich abzutrocknen wieder an und kehrt mitsamt auf wundersame Weise trockener Klamotten in ihr Zimmer zurück. In den drei Minuten ihrer Abwesenheit scheint aber Nathan (Der Typ, der eigentlich Chloe erschossen hat) in ihr Zimmer eingebrochen zu sein und hat ein wenig Ordnung angerichtet und ihr eine subtile Drohung an die Wand geschrieben. Netter Kerl.

Unbeeindruckt davon, aber umgezogen, sucht Max kurz darauf Kates Zimmer auf, um ihr ein Buch zurückzubringen, dass sie sich von ihr ausgeliehen hatte.
Da unsere Protagonistin ja ein liebenswerter Mensch ist, fängt sie direkt damit an sich alle Gegenstände in Kates Raum anzusehen – während diese an ihrem Schreibtisch sitzt und sich wahrscheinlich fragt, ob sie nicht schon genug gelitten hat. Als Max stöbern wir in ihren Briefen und Mails und erfahren, dass auch ihre stark religiöse Familie von der ominösen Party und dem Video Wind bekommen haben und besonders ihre Mutter Kate deshalb aufs Schlimmste verurteilt.
Endlich kommen wir dazu Max zu befehlen mit Kate über deren Probleme zu sprechen. Wie es sich herausstellt, wurde sie auf der letzten Feier des ‚Vortex Clubs‘ unter Drogen gesetzt und hat mit einer ganzen Reihe an Leuten rumgemacht. Nathan, der Schmierfink, der unser Zimmer auf dem Gewissen hat, scheint der Drahtzieher dahinter gewesen zu sein. Im Anschluss fragt uns Kate, was sie tun soll: Nach Beweisen für Nathans Schuld suchen oder zur Polizei gehen und dort dieses ernste Problem schildern?
Ich habe mich für die zweite Option entschieden, denn HALLO?! Hier wurde jemand unter Drogen gesetzt und eventuell vergewaltigt – zumindest kann man diesen Eindruck aus Kates Schilderungen gewinnen.
Kate scheint uns dankbar zu sein und wir können nun endlich zu unserer Verabredung mit Chloe aufbrechen. Es sind bisher ja auch nur höchstens 15 Minuten vergangen.

Wir bewegen uns also langsam in Richtung Bushaltestelle. Langsam, weil Max noch mit 1,2,3,4,5… Leuten ein wenig Smalltalk hält. Hach, das Leben extrem introvertierter Menschen ist schon anstrengend – kenn ich selbst, hat aber andere Gründe. Bald sind wir auch schon im Bus und fahren zum Diner, das Chloes Mutter gehört. Deren blauhaarige Tochter schreibt uns – kaum, dass wir ausgestiegen sind – sie würde sich verspäten und wir sollen doch schon mal reingehen und uns einen netten Platz suchen. Anhand der bisherigen Erlebnisse des Tages würde ich zu gerne wissen, was Chloes Ausrede ist. Sie muss sich ja um locker drei Stunden verspäten.
Gut, dass Max aber ein so offener Mensch ist. Dadurch können wir noch alle Fremden vor und in dem Diner ansprechen und uns mit ihnen über mehr oder weniger wichtige Dinge unterhalten. Nachdem jeder Gast genervt ist und uns immer die gleichen Phrasen an den Kopf wirft, ist das blaue Wesen immer noch nicht da. Aber ihre Mutter, Joyce, stürmt sofort zu uns, als wir uns hinsetzen (vorher ignoriert sie und), um uns eine Tasse Kaffee einzuschenken. Nach ein wenig Smalltalk über ihren neuen Mann – David – und über die letzten Jahre allgemein kommt Chloe schließlich doch noch dazu.
Allerdings muss sie für ihr Verhalten in der letzten Zeit einen hohen Preis zahlen. Joyce brummt ihr die drakonische Strafe des „Du bekommst heute keinen Bacon!“ auf. Dagegen sind Kates Probleme ja ein Witz! Joyce scheint eine wirklich schreckliche Mutter zu sein und ich kann jetzt auch endlich nachvollziehen, dass Chloes Haare diese Erziehung nur ertragen können, wenn sie rund um die Uhr blau sind.

Nach einer kurzweiligen Unterhaltung lässt Joyce die beiden Mädchen allein zurück, um sich um ihre anderen Gäste kümmern zu können. Für Chloe ist das natürlich ein gefundenes Fressen (ohne Bacon! Thöhö!), da sie Max nun wieder bezüglich deren „Ha! Ich kann die Zeit zurück drehen und du nicht, N00b!“-Fähigkeit ausquetschen kann. Denn so ganz überzeugt scheint Chloe davon noch nicht zu sein und für uns als Spieler ist es endlich wieder eine Möglichkeit aktiver in das Geschehen einzugreifen und ein wenig Tempo und Dynamik in das Spiel zu bringen – denkt man zumindest.
Denn so viel man aus dieser Situation auch hätte machen können…hier ist es ein stumpfes und langwieriges Auswendiglernen von Gegenständen und Ereignissen.
Zunächst möchte Chloe uns testen, indem wir ihr sagen sollen, was sie in ihrer Tasche hat. Dafür müssen wir uns die Gegenstände zunächst angucken. Man merkt sich, dass sie Zigaretten, Kleingeld, ihren Schlüsselbund und einen Knollen für Falschparken dabei hat. Ok, das wird leicht – denkt man zumindest.
Denn es reicht Chloe nicht, dass wir wissen, was sie dabei hat. Nein! Sie fragt bei all diesen Gegenständen nach Details. Also merken wir uns die verschiedenen Eigenschaften wie z.B. die Anzahl der Zigaretten oder den Gesamtwert ihres Kleingelds. Aus diesem Grund dürfen wir also nochmal das gleiche Gespräch wie zuvor durchleben, uns aber total cool fühlen, dass wir ihre Fragen alle richtig beantworten können und sie damit ganz sicher überzeugt haben, dass sie uns unsere Fähigkeit abkauft – denkt man zumindest.
Nein, Chloe will noch mehr. Also geben wir ihr mehr und kündigen vollmundig an diverse Ereignisse, die in der nächsten Minute geschehen werden, „vorherzusagen“. Und das ist noch deutlich anstrengender weil zeitaufwändiger, als die Prüfung zuvor. Wir müssen uns in einem Durchgang alle möglichen Dinge merken, was im ersten Versuch natürlich nicht funktioniert. Also zurückspulen und in den richtigen Momenten auf den richtigen Gegenstand oder Menschen achten, über den wir Aussagen treffen müssen. Leider sind davon nicht alle ganz deutlich zu erkennen, sodass es gut und gerne passieren kann wieder nicht alles korrekt vorherzusagen. Und jepp, man darf sich immer und immer wieder die gleiche Szene ansehen, bis unsere Mrs. Cool, die uns auch noch nach jedem gesprochenen Satz von Max verarscht, endlich zufrieden ist und uns glaubt, dass wir die Zeit zurückdrehen können. Wow, das war spannend.

Immerhin will uns Chloe daraufhin zu ihrem Geheimversteck bringen, allerdings nicht ohne vorher nochmals zu zeigen, was für ein wundervoller Mensch sie ist: Während Chloe total gehyped ist und aufbrechen will, ruft Kate auf Max‘ Handy an. Unserer beeeeeeeesten blauhaarigen Freundin eveeeer missfällt es natürlich, dass wir es überhaupt in Erwägung ziehen den Anruf entgegen zu nehmen und das Spiel stellt uns dann tatsächlich vor die Wahl wie ein normaler Mensch den Hilferuf eines verzweifelten Freundes anzunehmen oder den Anruf einfach abzulehnen.
Da ich noch weiß, wie fertig Kate war, nehme ich ihren Anruf entgegen während Joyce in der Zwischenzeit anfängt mit ihrer Tochter zu diskutieren. Chloe will uns wie schon damals in ihrem Zimmer, als wir an ihrer Stelle zugegeben sollten Gras mit uns zu führen, ein schlechtes Gewissen machen, weil wir es uns anmaßen neben ihr noch andere soziale Kontakte zu haben. Max ist wirklich ein schrecklicher Mensch! Pfui!
Netterweise hat Chloe dann doch Erbarmen mit uns und bringt uns zu ihrem tollen Versteck….einer Müllhalde. Und da das liebe Mädchen ja die Waffe ihres Stiefvaters geklaut hat, möchte sie unbedingt ein wenig das Schießen üben und benötigt dafür leere Flaschen. Und jetzt ratet doch mal, wer diese ganz alleine suchen muss, während die Person, die diese Flaschen nutzen will es sich lieber mit einem jener Glasbehälter, gefüllt mit Bier, bequem macht. Yup, Fr. Introvertiert hat mal wieder eine neue Aufgabe. Also suchen wir den Schrottplatz ab und verschwenden mal wieder viel Zeit damit die zum Teil unglaublich seltsam versteckten Flaschen aufzutreiben. Zumindest erfährt man beim Graben durch den Müllberg, dass Chloe und die vermisste Rachel Amber wirklich beste Freundinnen waren und sich regelmäßig an diesem Ort trafen. Ist das ein Hinweis darauf, dass es endlich auch storytechnisch wieder weitergeht? Leider nicht.
Chloe will lieber auf möglichst coole Art und Weise die Flaschen zerschießen und missbraucht dafür wiedereinmal Max‘ Fähigkeiten. Selbstverständlich schießt sie sich durch einen Querschläger selbst an und wir dürfen sie ein weiteres Mal vor ihrem Tod retten.
Wenn Chloe in Episode 3 wieder angeschossen wird – darf man das dann als Running Gag bezeichnen?
Wie auch immer. Viel wichtiger ist es, dass Max wieder einmal Nasenbluten bekommt, wie es auch schon in Teil 1 der Fall war. Für jeden Spieler sollte eigentlich klar sein, dass es daran liegt, dass Max ihre Kräfte zu oft einsetzt. Und scheinbar hat sie es diesmal dermaßen übertrieben, dass sie in Ohnmacht fällt. Nur Chloe scheint das nicht zu verstehen. Sie ist kurz besorgt um Max, aber kaum ist unsere Protagonistin wieder bei Bewusstsein, wird ihr von Chloe die Knarre in die Hand gedrückt. Sie solle doch auch mal schießen. Querschläger machen nämlich Spaß – besonders in Kopfnähe.
Jetzt mal ganz ehrlich.
Gibt es da draußen in der weiten Welt des Internets echt Fans von Chloe? Diese sogenannte beste Freundin von Max kümmert sich einen Dreck darum, wie es ihr geht, macht ihr ein schlechtes Gewissen wann sie nur kann, erwartet, dass Max immer die Schuld auf sich nimmt und hat es schon bis dato zwei verdammte Male geschafft tödlich verletzt zu werden. Aber statt Max unendlich dankbar zu sein, macht sie lieber Späße auf ihre Kosten. Wow.

Genug gemeckert, denn die Episode ist noch nicht ganz vorbei.
Für die beiden Mädchen völlig überraschend wurde ihr Schusstraining doch tatsächlich von einem Menschen gehört. Sachen gibt’s…
Der werte Herr heißt Frank, war schon einmal in einem kurzen Ausschnitt zu sehen und ganz zufällig hat Chloe noch Schulden bei ihm.
Wundert mich, dass Klo-Ih nicht direkt von Max verlangt ihm gefälligst ohne Umschweife ihr ganzes Hab und Gut zu überreichen.
Als Frank Chloe dann mit einem Messer bedroht, zückt Max die Waffe und man hat nun die Wahl ob man die leere (was Max nicht weiß) Waffe abfeuern soll, oder nicht. Ich habe mich dazu entschieden es nicht zu tun und deswegen die Waffe an Frank abgeben müssen.
Wenn man jedoch schießt, dann behält man zwar die Waffe, doch Frank setzt Max auf seine ‚Todesliste‘.
Frank verlässt die beiden anschließend und Chloe ist natürlich wieder sauer auf Max, weil sie ihm die Waffe überlassen hat. Ja, böse Max! Chloe mal wieder retten! Geht mal gar nicht!
Aber netterweise erklärt sich Blauhaar dazu bereit uns zu erzählen, wieso sie sich mit Typen wie Frank abgibt. Viel Neues erfährt man nicht, aber die Tatsache, dass sich die beiden auf Eisenbahnschienen gesetzt haben um zu reden, lässt den Spieler schon erahnen was passiert.
Sie hören einen Zug, der sich nähert und wollen aufstehen. Leider hat es Chloe irgendwie geschafft, dass sich ihr Schuh in den Schienen verfängt und sich nicht daraus befreien lässt. Also darf Max wieder das Leben ihrer beeeeeesten Freundin retten. Was kann dieses Mädchen eigentlich? Sie scheint sogar zu blöd dafür zu sein ihren Schuh auszuziehen – das hätte das ganze Problem gelöst. Aber Schuhe sind wichtiger als das eigene Leben und Max, die eben erst kollabiert ist, kann ja eh in der Zeit zurückreisen. Yolo!
Glücklicherweise war das Chloes letzter Auftritt in dieser Episode und Max begibt zurück in die Schule.
Vor dem Klassenraum kann man Kate im Gespräch mit ihrem Lehrer Mr. Sexy Jefferson sehen an dessen Ende (das des Gesprächs, nicht das von Sexyson) sie weinend weg läuft und deswegen folglich auch nicht am Unterricht teilnimmt.
Die Unterrichtsstunde wird aber plötzlich unterbrochen, da in der Wohnanlage der Mädchen „was Krasses abgeht“. Wiedermal kann man sich denken um was es sich dabei handelt, doch diesmal kann die kommende Szene auch mich endlich mal wieder emotional mitnehmen.
Wie man es erwarten konnte geht es um Kate, die sich dazu entschieden hat ihrem Leben ein Ende zu setzen und vom Dach des Gebäudes zu springen. An sich nicht allzu dramatisch, mag man sich denken, da unsere Heldin ja die Zeit beeinflussen kann und somit Kate frühzeitig von ihrem Vorhaben abbringen wird. Doch so ganz unter Kontrolle hat Max diese Fähigkeit nicht mehr, da sie eine gewisse unsympathische Person schon mehrfach an diesem Tag retten musste.
Max kämpft sich unter größter Anstrengung auf das Dach hinauf, doch just in dem Moment, in dem sie oben ankommt verlässt sie der letzte Rest ihrer Kräfte und es liegt an uns die gute Kate davor zu bewahren sich das Leben zu nehmen – ohne die Chance einen Fehler wieder auszumerzen. In der folgenden Szene muss man sich an all die Gegenstände wie Briefe und Fotos aus Kates Zimmer erinnern, um ihr klarzumachen, dass es viele Leute gibt, die sie vermissen würden und dass sie nicht allein auf dieser Welt ist. Es ist durchaus möglich Kate zu retten, aber mir ist es nicht gelungen.
Allerdings lag es an einem falschen Bibelzitat – spricht das jetzt für oder gegen mich?

So oder so ist das die erste Stelle des Spiels für mich, an der ich wirklich mitgefiebert und krampfhaft überlegt habe, wie man die Situation retten kann. Und ich war verdammt enttäuscht, als ich keinen Erfolg dabei hatte.
Danach gibt es einen kleinen Zeitsprung und man sitzt im Büro des Direktors, wo man einen der anderen drei Anwesenden dafür anklagen muss Schuld an Kates Selbstmord zu haben. Unsere Kandidaten sind Mr. Jefferson, den ich zwar nicht allzu sehr mag, der aber nicht wirklich dazu beigetragen hat, dass Kate einen solch heftigen Schritt wählt, sondern wohl „nur“der Tropfen war, der das Fass zum Überlaufen brachte als er sagte, dass er ihr nicht helfen könne.
Dann natürlich David, der ihr zwar ordentlich nachgestellt und sie angeschrien hat, zu dem ich aber in dieser Episode durchaus eine Sympathie entwickeln konnte, da er scheinbar ein verstecktes, aber gutes Herz hat.
Und schließlich Kandidat Nummer drei und die Person, die ich (und 95% der anderen Spieler) auch gewählt habe: Nathan Prescott.
Dieser wurde daraufhin von der Schule suspendiert und hat uns Rache geschworen. Da er aber schon zuvor offen mit uns verfeindet war, macht das jetzt auch nichts mehr.
Im Abspann sehen wir, wie sich Max und Warren etwas annähern und dabei Zeuge von einer Mondfinsternis werden, die eigentlich nicht stattfinden sollte. Wieder endet eine Episode also mit einem unerwarteten Naturschauspiel, das den großen Sturm aus Max‘ Tagträumen ankündigt.
Als finales Bild bekommt man den Arbeitsraum einer Person gezeigt, die gerade einen Ordner mit Kates Namen und Photo bearbeitet und diesen zu ein paar weiteren Ordnern stellt. Einer von diesen trägt Rachels Namen. Netter Cliffhanger.
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Tja, was für ein Fazit werde ich jetzt wohl ziehen?
Ich verstehe dieses Spiel einfach nicht. Die ganzen Widersprüche, das Verhalten mancher Charaktere und den ganzen Hype allgemein.
Ich finde das Spiel nicht mal so schlecht, wie man es nach diesem Text vielleicht erwarten könnte, eben darum werde ich auch zeitnah die dritte Episode starten, aber es fehlt mir noch viel zu viel um mich richtig hieran zu fesseln.
Wir haben jetzt 2 von 5 Episoden beendet, was bedeutet, dass wir schon kurz vor der Hälfte des Spiels stehen und hinsichtlich der Hauptstory hat man bisher so gut wie NICHTS erfahren. Rachel Ambers Verschwinden wird immer mal wieder erwähnt, aber niemand geht genau darauf ein. Der Cliffhanger am Ende zeigt zwar, dass es zwischen ihrem Verschwinden und Kates Tod einen Zusammenhang gibt, liefert aber kaum Hinweise um irgendwelche Vermutungen aufzustellen.
Genau so verhält es sich mit dem Sturm, den wir immer wieder kurz miterleben, wenn Max ihr Bewusstsein verliert oder vollkommen abdriftet. Wieso wird sich immer nur am Ende der Episode und dann auch nur ganz kurz mit diesen Sachen befasst? Es wird Spannung am Ende von Teil 1 aufgebaut und die nächste Episode fängt an einem völlig anderen Punkt an. Dazu kommen dann noch solche Zeitfresser wie die Szenen im Diner oder auf dem Schrottplatz, die weder fordernd sind, noch spannend für die weitere Entwicklung der Geschichte. Wieso wird die Hälfte der sowieso nicht allzu lange Episode damit verschwendet, statt sich mehr auf die Charaktere zu konzentrieren?
Ich mag es an sich durch die Gegend zu laufen, diverse Leute anzusprechen und zu schauen, wie sie auf bestimmte Antworten reagieren. Nur frage ich mich dann gleichzeitig wieso man ausgerechnet Max als Hauptperson genommen hat. Das Spiel will einem erzählen, dass Max ein unsicheres, schüchternes und zurückgezogenes Mädchen ist, kaum soziale Fähigkeiten besitzt aber dann mit wirklich JEDEM Charakter problemlos über Gott und die Welt reden kann.
Man könnte die Protagonistin schon als Sinnbild des gesamten Spiels nehmen: Gute Ideen und Ansätze, die aber alle entweder nicht komplett durchdacht wurden oder sich auf eine enttäuschend vorhersehbare Art weiterentwickeln.
Fast alle Charaktere sind so unfassbar stereotypisch geschrieben, dass es schon fast wehtut und es mir persönlich extrem schwer macht eine gewisse Bindung zu ihnen aufzubauen. Man sieht sofort wen man mögen und wen man hassen soll. Bisher interessiert mich eigentlich nur David, da dieser als einzige Figur soweit mehr als einen neuen Charakterzug gezeigt hat.
Zumal es unglaubwürdig werden würde, wenn sich Charaktere wie Nathan plötzlich um 180° drehen, ihre Fehler einsehen und geschätzte Verbündete werden.
Und wer zur Hölle ist bitte für Chloe verantwortlich? Die Art wie sie mit Max umgeht ist echt nicht zu fassen – habe ich ja schon im Text oben erwähnt. Ja, sie mag verletzt gewesen sein, dass Max umgezogen ist (was sicher nicht sie zu verantworten hatte), kurz nachdem sie ihren Vater verloren hat, aber wieso zickt sie wirklich bei jeder Kleinigkeit rum, wenn Max ihr nicht aufs Wort gehorcht und mal nicht ihren Kopf für sie hinhält?
Man könnte sogar so weit gehen, dass man Chloe die finale Schuld an Kates Tod gibt, da Max nur wegen ihrer Blödheit keine Kraft mehr dafür hatte Kate zu retten.
Da wir schon bei dieser Szene angekommen sind:
Leider hat mir der Abschluss der Episode gefallen. Leider, weil es exakt das ist, was ich schon befürchtet hatte, als ich damals mit Episode 1 begonnen habe.
Es lässt sich schwer Spannung aufbauen, wenn man jederzeit Fehler abstellen kann und so alle Zeit der Welt hat sich für einen Weg zu entscheiden. So entsteht kein Druck, kein Nervenkitzel. Man kann nur die Neugier danach befriedigen zu sehen, welche Entscheidung die besseren Folgen hat. Wobei Max eine Meisterin darin ist, all ihre Entscheidungen schlecht zu reden.
Deshalb erhoffe ich mir für Episode 3 deutlich häufiger solche Situationen, in denen man ohne eine zweite Chance zu haben eine schwerwiegende Entscheidung treffen muss. Und wenn es dann auch endlich mehr Story zu den beiden Hauptprobleme gibt, dann habe ich auch durchaus Hoffnung, mich mit dem Spiel zu versöhnen und kann den beiden ausstehenden Episoden zuversichtlich entgegenblicken.
Ich hoffe ein paar Leute haben diesen Text gelesen und auch Spaß daran gehabt.
Egal ob ihr mir zustimmt oder eine völlig andere Ansicht habt – lasst mir eure Meinung in den Kommentaren da.
Ich freue mich über jede Rückmeldung!
– Try
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